Was würdest du tun, wenn du ein Leben geschenkt bekommst?

Es ist Montagmorgen, der Wecker klingelt viel zu früh. Das Wochenende war wie immer zu kurz. Man geht ins Bad und das warme Wasser in der Dusche lässt auf sich warten. Unter der Dusche stellt man fest, dass das Shampoo leer ist. Das Oberteil, dass man heute tragen wollte, hängt noch halb feucht auf dem Wäscheständer. Das Müsli verschüttet sich beim Befüllen der Schale auf die halbe Arbeitsfläche. Der Blick auf die Uhr zeigt, dass man wieder mal zu spät dran ist. Die S-Bahn fällt aus, die darauffolgende ist ziemlich voll. Der Bus fährt einem vor die Nase weg und auch auf der Arbeit jagt ein Problem dem nächsten. Und irgendwann ist man froh, abends im Bett zu liegen und zu wissen, dass man diesen Tag endlich überstanden hat.

Der Alltagstrott

Wir alle kennen diese Tage. Diese Tage, an denen nichts so läuft, wie es sollte. Und manchmal wiederholt und wiederholt sich dieser eine Tag. Aus Tage wird eine Woche, die einfach nicht so läuft, wie es soll.

Wir fangen an, auf das Wochenende zu warten. Weil am Wochenende, da werden wir nicht vom Wecker aus dem Schlaf gerissen. Da am Wochenende haben wir mehr Zeit für das Frühstück. Da können wir den Tag entspannter anfangen lassen. Müssen nicht zur Bahn hetzen und auch nicht Arbeiten. Da sind wir nicht Fremdbestimmt, da können wir sein.

Und das Wochenende kommt. Ja, wir schlafen etwas länger. Wir machen die notwendige, liegengebliebene Hausarbeit. Aber schon schnell verlockt das Netflix-Abo. Wir schauen eine Folge der Serie und noch eine und noch eine. Oder wir müssen noch den privaten Papierkram erledigen. Vielleicht in einem Verein aushelfen oder etwas anderes tun, das wir eigentlich gar nicht wollten.

Und plötzlich ist das Wochenende vorbei.Es ist Montagmorgen, der Wecker klingelt viel zu früh. Das Wochenende war wie immer zu kurz. Und das Spiel geht von vorne los. Und irgendwann werden aus Wochen Monate und aus Monate Jahre.

Die Baseline des Alltags

Vielleicht kommt ein Tag, der weniger chaotisch ist. Vielleicht kommt eine Phase in der wir mehr Zeit für uns haben. Aber die Baseline bleibt immer gleich: Es folgt ein Tag nach dem anderen und wir leben einen Tag nach dem anderen in einem Hamsterrad. Der Alltagstrott hält uns wie eine Spirale gefangen.

Vielleicht schaffen wir mal ein, zwei Wochen auszubrechen. Weil wir im Urlaub sind. Weg vom Alltag, weg von all dem ganzen Muss. Vielleicht wollen wir danach alles anders machen, vielleicht wollen wir das Gefühl vom Urlaub, ja den Hauch von Leben, mit in den Alltag nehmen.

Schmetterling
Schmetterling

Und stellen doch nur wenige Tage nach dem Urlaub fest: Es ist Montagmorgen und der Wecker klingelt viel zu früh. Es hat sich nichts geändert. Und irgendwann fangen wir an, zu glauben, dass sich nie etwas ändern wird. Weil wir jeden Morgen zu früh aufstehen müssen. Weil jeden Tag die Bahn voll ist. Weil jeden Tag immer irgendetwas schief geht. Und weil wir den Job nicht mögen. Und die Tätigkeit im Verein macht auch keinen Spaß mehr. Aber man hat es schon immer so gemacht, also wird es auch zukünftig so sein.

Die Träume der Vergangenheit

Kannst du dich noch erinnern, als du ein Kind warst? Als du noch voller Träume warst? Als du gestern Pirat, heute Feuerwehrfrau, morgen Polizist werden wolltest. Und am Besten den Prinzen heiraten und mit den Dinosaurier frühstücken wolltet? Als du so viele Träume hattest und daran geglaubt hast, dass du alles werden kannst, was du willst? Als du nur die Augen schließen musstest und fliegen konntest?

Und irgendwann, du kannst es gar nicht genau sagen, hat es sich Stück für Stück geändert. Der “Ernst des Lebens” fing an. Man sagte dir immer mehr, was du alles nicht kannst und was du tun musst. Was von dir erwartet wird und warum hast du das noch nicht erreicht.

Erst waren es Kleinigkeiten, aber irgendwann sagte man dir, dass du deine Träume nicht leben kannst. Du kannst nicht Polizist werden, weil du zu unsportlich bist. Du kannst nicht Piratin werden, weil Piraten böse sind. Du kannst kein Arzt werden, weil deine Schulnoten nicht gut genug sind. Mach lieber eine Ausbildung, dann verdienst du gleich Geld. Warum hast du eigentlich noch keine Kinder? Wann willst du endlich heiraten? Mach die Ausbildung fertig, dann hast du etwas.

Wir lernen, dass unsere Träume zu groß sind. Dass wir unsere Ziele herunterschrauben müssen. Wir müssen ins Schema F passen. Entweder wir machen einen Schulabschluss, eine Ausbildung, nehmen den Job an, finden eine Frau, heiraten, bekommen Kinder, bauen ein Haus. Oder wir machen das Abitur, studieren, nehmen einen Job an, finden einen Mann, bekommen KInder, kümmern uns um das Haus und die Kinder. Und übrig bleibt ein Leben im Hamsterrad. Und es ist Montagmorgen und der Wecker klingelt viel zu früh.

Der Blick aus dem Hamsterrad

Je höher die Karrierestufe, je größer und sauberer das Haus, je gut erzogenen die Kinder sind, desto glücklicher sollten wir doch sein, oder? Aber sind wir mal ehrlich, wann wurdest du zuletzt gefragt, ob du glücklich bist? Wann wurdest du zuletzt gefragt, ob dich dieses Leben erfüllt?

Immer wieder begegnen uns Menschen, die einfach nur glücklich sind, die ein erfülltes Leben führen. Bei denen alles so leicht und einfach zu sein scheint. Die nicht nach Schema F leben. Die aus unerfindlichen Gründen nicht vom Hamsterrad der Alltags gefangen sind. Die Montag morgens aufstehen und voller Energie in eine neue Woche starten. Eine Woche, die nicht von einem Leben geprägt sind, dass sie eigentlich gar nicht wollen. Menschen, die ein erfülltes und glückliches Leben führen.

Vielleicht erzählen einem diese Menschen, wie sie es geschafft haben, sich dieses glückliche und erfülltes Leben aufzubauen. Wir lauschen ihnen, hören, wie einfach das sein kann, wenn wir nur einen Schritt nach links oder rechts aus unserem Hamsterrad gehen würden.

Aber aus unserem Hamsterrad sehen wir nur, dass es eh nicht funktionieren wird. Wir hatten das alle mal vor. Aber es kam jemand, der uns gesagt hat, dass das eh nicht funktioniert. Diese Leute hatten halt Glück oder der Zufall war ihnen gesonnen. Aber für uns wird das nicht funktionieren.

Was würdest du tun, wenn..?

Mal so ganz unter uns: Was wäre, wenn all diese Menschen die ein glückliches und erfülltes Leben führen, recht haben? Wenn es wirklich so einfach ist, selber ein glückliches und erfülltes Leben zu führen? Wenn wir nur selbst aus dem Hamsterrad ausbrechen müssen? Was wäre, wenn wir verstehen, dass wir selbst unser Leben in der Hand haben? Was wäre, wenn wir selbst der Schöpfer unser eigenes Leben wären? Was würdest DU tun, wenn du ein Leben geschenkt bekommst?

Was würdest du tun, wenn du ein Leben geschenkt bekommst?
Was würdest du tun, wenn du ein Leben geschenkt bekommst?

Du hast ein Leben geschenkt bekommen und du hast alles in dir, das Leben so zu gestalten, wie du es willst. Du kannst dir deine Glaubenssätze selbst aussuchen. Hinterfrage sie, such dir neue. Nimm Abstand von den Dingen, die dich unglücklich machen und hol dir die Dinge ins Leben, die dich glücklich machen. Dreh alles in deinem Leben um, bis du der Schöpfer deines Lebens bist. Du hast alles, was du brauchst, in dir um dein Leben zu leben, wie du es möchtest.

Es ist Montagmorgen und du hast ein Leben geschenkt bekommen.

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