Das Wort des Jahres

Das Wort des Jahres hat bei mir schon eine Tradition. Heute möchte ich sie mir dir teilen. Seit vier Jahren habe ich mir jeweils zu Beginn des Jahres ein Wort des Jahres gesucht. Ein Wort, dass sich wie ein roter Faden durch das Jahr gezogen hat und auch rückblickend das jeweilige Jahr perfekt zusammenfasst.

Ich möchte dir heute einen Einblick in meine Wörter des Jahres zeigen und dich damit anregen, dir selber ein Wort des Jahres für 2021 zu suchen.

Ende 2016 kam das Wort des Jahres in mein Leben. Ich hatte dies zufällig entdeckt, als ich mit Handlettering begonnen habe und damit in die verschiedenen Möglichkeiten eingestiegen bin. Ich habe Bullet Journals kennengelernt, neue Blogs und irgendwann war da dieses Wort des Jahres. Es kam ein PDF zur Findung des Worts des Jahres zu mir, zum Abschließen des alten Jahrs und zur Gestaltung des neuen Jahres.

2017 – Aufbruch in ein neues Leben

Anfang von 2017 wollte ich nur eins: ich wollte raus aus Deutschland. Ich wollte dem Ruf meines Herzens folgen und in meine Herzklopfstadt Zürich ziehen. Damit war das Wort des Jahres schnell gefunden „Aufbruch“. Aufbruch in einen neuen Abschnitt, in eine neue Stadt. Altes hinter mir lassen und nochmal neu beginnen.

2017 war jedoch anders. In diesem Jahr ist mein Leben zusammengebrochen. Innerhalb weniger Wochen, nicht mal einen ganzen Monat hat es gedauert, um das ganze Kartenhaus meines Lebens einstürzen zu lassen. Beruf. Beziehungen. Gesundheit. Es war alles auf einmal weg und ich bin in ein tiefes Loch gefallen. Ich bin gefallen wie noch nie zuvor in meinem Leben. Am Ende des Falls war nichts mehr, was mich noch gebremst hat. Es war einfach nichts mehr da.

Sonnenuntergang am Zürichsee
Sonnenuntergang am Zürichsee kurz bevor meine Welt zerbrach

Wenn man ganz unten liegt, dann umgibt dich nur noch die Dunkelheit. Und weißt du, in der Dunkelheit kann man das Licht besser sehen. Und genau in dieser Dunkelheit war ein winzig kleiner Funken. Leicht zu übersehen, aber doch da. Nach diesem Funken habe ich gegriffen, mich daran geklammert und damit kam die Magie des Worts des Jahres. Der Aufbruch begann.

Wenn man ganz unten ist, dann gibt es nur zwei Möglichkeiten, entweder man bleibt in dieser Dunkelheit oder man bricht auf zum Weg nach oben. Und auch wenn sich das so leicht anhört, ich weiß genau, wie schwer der Weg zurück aus diesem Loch, aus dieser Dunkelheit ist. Und dennoch bin ich ihn gegangen, denn was hatte ich noch zu verlieren?

Das Jahr 2017 war mein Jahr des Aufbruches. Ich hatte das Wort im Laufe des Jahres schon vergessen. Erst zum Jahresende hat mich eine Freundin an mein Wort des Jahres „Aufbruch“ erinnert und mir gezeigt, dass ich in diesem Jahr mehr als aufgebrochen bin. Nicht so, wie ich es ursprünglich vorhatte, aber ich bin aufgebrochen und habe begonnen mein Leben zu verändern.

2018 – Simplify your life

Während ich am Ende des Jahres 2017 wieder an den Status Quo von vor dem Fall zurückgekommen bin, wollte ich 2018 nur eins, den Weg weiter gehen, noch höher gehen. Und ich wollte in meinem Leben ausmisten, es einfacher machen. So war mein Wort des Jahres 2018 „Simplify“ – vereinfachen.

In diesem Jahr habe ich in meinem Leben aufgeräumt. Ich habe Menschen ziehen lassen und neue „leichtere“ Menschen in mein Leben gelassen. Ich habe meinen Job endlich gekündigt. Ich habe meinen Kleiderschrank halbiert und meine Wohnung aufgeräumt. Und hey, ich habe seit 2018 ein leeres Regalfach in meiner Wohnung. Nicht weil ich nichts hätte, was da reinpasst, sondern weil es mir zeigt, dass es okay ist, nicht alles zu brauchen.

Ich habe neue Themen kennengelernt. Meine ersten Berührungspunkte mit Persönlichkeitsentwicklung gehabt und angefangen, mir neue Ziele zu setzen. Ich habe eingeführt, abends den Fernseher auszuschalten und mich mehr auf Dinge wie lesen oder kreatives Erschaffen gelegt. Es wurde so viel in meinem Leben vereinfacht.

Der Fokus rückte langsam von „Bloß nichts verpassen“ zu „was zählt eigentlich wirklich?“ Ich wollte mein Leben nicht mehr irgendwie führen, sondern genauso, wie ich es will. Ich wollte keine Spielchen und kein Drama mehr. Ich wollte es einfach und ehrlich.

Seit 2018 ist Simplify ein Teil meines Lebens.

2019 – Shine like the universe is yours

2019 startete ganz anders als die Jahre zuvor. Es zeigten sich die ersten Früchte der Veränderungen der letzten beiden Jahre. Der neue Job startete, neue Menschen kamen in mein Leben und ich ging zurück zur Uni, einer ganz besonderen Uni – der Rise up and Shine University. Ein 4-wöchiger Kurs der Persönlichkeitsentwicklung. Und vielleicht ahnst du es schon. Das Wort des Jahres wurde daraus abgeleitet.

2019 stand unter dem Wort „Shine“. All das, was ich in den letzten beiden Jahren gelernt habe, wollte ich nach außen zeigen. Der Satz „shine like the universe is yours“ steht seitdem in meinem Wohnzimmer. 2019 ging es um das Scheinen, um das Leuchten. Den ein ganzes Universum gehört dir.

Lächle und die Welt lächelt zurück
Lächle und die Welt lächelt zurück

Ich habe in diesem Jahr so viel gelernt und erlebt. Auch hier gab es wieder einen beruflichen Rückschlag und weißt du was, es war das Beste, was mir hat passieren können. Ich habe diesen vermeintlichen Rückschlag mit „cool, jetzt kommt was richtig Tolles“ begrüßt und das Leben hat mir gezeigt, dass es genau so war.

Ich habe gelernt, welche unheimlich starke Kraft in Verwundbarkeit liegt. Ich habe gesehen, wie viele wundervolle Menschen es da draußen gibt, die genauso verrückt sind und nach den Sternen greifen, wie ich. Ich habe gelernt, aus meiner Komfortzone zu gehen und mittlerweile tanz ich daraus, den hey… ich darf schließlich immer wieder zurück in diese Zone und jedes Mal wird sie dabei ein Stück größer.

Ich habe 2019 eine Vision – meine Vision – gefunden und diese im Kleinen direkt umgesetzt.

Seit 2019 kommen Menschen auf mich zu und sagen mir, wie sehr ich strahle. Manchmal werde ich sogar auf der Straße deshalb angesprochen.

2020 – just create it

Und dann kam 2020. Bahar Yilmaz meinte bereits zu Jahresbeginn, noch fern von diesem C-Wort, dass 2020 das „Plan-nicht“-Jahr wird. Aber ich hatte Pläne, ich hatte große Pläne. Ich wollte all das, was ich zuvor gelernt habe, endlich auch erschaffen. Das Wort des Jahres 2020 war somit „Create“.

Ich wusste genau, was ich 2020 alles erschaffen wollte. Es war irgendwie schon in meinem Kopf da. Und dann kam dieses C und die Welt drehte sich auf einmal anders. Das Jahr war geprägt von Einschränkungen, Unsicherheiten, Ängste. Irgendwie fühlte es sich an, als ob das Leben auf Pause steht. Und dennoch haben wir in diesem Jahr so viel Potenzial und so viele Möglichkeiten gehabt. Wir mussten es nur erkennen und nutzen.

Jetzt sind wir am Ende des Jahres und wenn ich darauf zurückschaue, dann kann ich sagen: Ja, mein Wort 2020 war „Create“. Ich habe so wundervolle Dinge erschaffen und in mein Leben gelassen.

Ganz oben steht da mein erster eigener Kalender. Und ganz ehrlich, diesen Kalender würde es ohne C nicht geben, ohne C hätte ich gar nicht die Zeit dafür gehabt. Und noch ist er unterwegs in der Post. Aber ich freue mich darauf, meinen ersten eigenen Kalender in der Hand zu halten und fürs nächste Jahr die Auflage noch zu vergrößern.

Auch erschaffen habe ich mir meine beiden Ausbildungen. Diese werden mich zwar auch 2021 noch lange begleiten, aber bereits 2020 habe ich die Grundsteine dafür geschaffen. Zu Beginn des Jahres waren es nur ein paar lose Ideen in meinem Kopf, mittlerweile stecke ich mittendrin.

Und ich habe mir ein Umfeld erschaffen. Ein Umfeld, dass an mich und meine Ideen glaubt, noch bevor sie irgendwie sichtbar waren. Ich mein, ich hatte bereits die ersten Abnehmer für meinen Kalender, da war es noch eine wage Idee. Und genau dafür liebe ich dieses Umfeld. Weil diese Menschen selbst so wundervolle Ideen haben, dass es einfach nur Freude macht, zu sehen, wie auch diese umgesetzt werden. Und ohne dass die Ideen schon ausgereift sind, erkennen wir das Potenzial dahinter.

2020 war das Jahr, in dem ich die Grundpfeiler für die Umsetzung meiner Vision gesetzt habe und begann das Fundament zu bauen. Jetzt bin ich mittendrin. Ich kann es bereits sehen. Und auch wenn ich noch nicht weiß, wie ich es am Ende umgesetzt habe, weiß ich, dass es sich lohnt. Den letztendlich reicht es, immer nur den einen nächsten Schritt zu kennen.

Und nun?

Bereits jetzt weiß ich, dass alles, was ich 2020 erschaffen habe, ich ins Jahr 2021 mitnehmen werden. Und ja, es ist Jahresende und damit habe ich mir bereits auch Gedanken für mein Wort des Jahres 2021 gemacht. Noch bleibt es mein kleines Geheimnis, aber ich werde dir schon bald davon berichten.

Und weißt du, was das Schönste ist? All das, was mir 2017 zu Beginn meiner Reise mit dem Wort des Jahres passiert ist und mich dort aus der Bahn geworfen hat, hat sich im Laufe der Jahre wiederholt. Und nichts davon hatte die Macht mehr, mich noch einmal so aus der Bahn zu werfen wie damals. Einfach nur, weil das Wort des Jahres mir immer wieder einen Halt gegeben hat und ich mich dadurch weiterentwickeln konnte.

Möchtest du es wagen und dir selbst ein Wort des Jahres 2021 zu suchen? Wie lautet dein Wort des Jahres?

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